CHRONIK
Chronik

August 1975
Zu einem wahren Volksfest gestaltet sich die Patenschaftsübernahme der Ge-
meinde Alfstedt über die 2.Batterie in Anwesenheit des Bürgermeisters, Her-
mann Müller und des Batteriechefs, Major Hartmut Harder. Zahlreiche Per-
sönlichkeiten des öffentlichen Lebens, darunter Bundestags- und Landtags-
abgeordnete sowie die gesamte Bevölkerung sind gekommen, um das mit
einem reichhaltigen Programm ausgestattete Fest der Patenschaftsübernahme
zu feiern.

Januar 1978
Nach 5 Jahren verlässt Major Hartmut Harder die 2.Batterie, um als S3-0ffz
zum Divisions-Kommando nach Aurich zu gehen. Sein Nachfolger ist Hptm
Wolfgang Bäumler, der 3 Jahre lang Chef der Stabsbatterie und damit auch
der LwSanStff war. Dessen Nachfolger wird Hptm Knut Liestmann, der bisher
als S3-0ffz im Stab eingesetzt war.

Mai1978
Übungsschießen der 2.Batterie auf Kreta - Batteriechef Major Bäumler zeigt
sich mit dem Ergebnis von 90%zufrieden.

September 1979
Die Luftverteidigung hat ein besonderes Gewicht. Inspekteur der Lw, General-
leutnant Friedrich Obleser, besucht mit dem Oberbefehlshaber der italienischen
Luftwaffe, General Allessandro Mettimano, das FlaRak Btl 36 und die Stellung
der 2.Batterie in Deinstedt.

Juni 1980
Jubiläumsfeier 400 Jahre Sandbostel. Die Versorgungsbatterie als Patenstaffel
nimmt mit einer Verlegeübung am Festumzug teil.

März 1981
Gutes Ergebnis beim Jahresschießen - 2.Batterie erzielt beim "Scharfen Schuss"
auf Kreta unter Führung von Major Wolfgang Bäurnler 93,35%.

Juli 1981
Der Kommandeur, Oberstleutnant Lutz Weise, übergibt das Kommando über
die 2.Batterie von dem nach Kanada versetzten Major Wolfgang Bäumler an
Hauptmann von Heinemann.

April 1984
Kamerateam des NDR filmt Luftverteidigung der Bundeswehr, Filmaufnahmen
bei der 2.Batterie in der Stellung Deinstedt

September 1984
Topmanagement beim FlaRakBtl 36. 21 Führungskräfte aus dem Topmanagement
der Industrie, der Wirtschaft und aus dem Verteidigungsbereich, unter ihnen Rich-
ter,Oberstaatsanwälte und Dozenten besuchen im Rahmen eines Einweisungspro-
gramms die Raketenstellung der 2.Batterie in Deinstedt, um sich vor Ort ein Bild
über die Wirkungsweise und den Auftrag der integrierten Luftverteidigung zu machen.

Juni 1985
Hoher Gast aus Argentinien besucht die Stellung der 2.Batterie in Deinstedt
Argentiniens stellvertretender Verteidigungsminister, Brigadier Mayor Teodoro Guil-
lermo Waldner, informiert sich über den HAWK- Verband. Der Regimentskommandeur
und der Bataillonskommandeur können neben dem Besuch aus Argentinien auch den
neuen Kommandeurder 4. LwDiv, Generalleutnant Thiemann, sowie zahlreiche hohe
Offiziere aus dem Bundesverteidigungsministerium in Deinstedt begrüßen.

September 1985
Locker und leicht ist die Atmosohäre beim 10-iährigen Patenschaftsfest in Alstedt
Anlass ist die seit dem 31.08.1975 bestehende Patenschaft zwischen der 2.Batterie
und der Gemeinde Alfstedt. Tagsüber stehen Sport, Spiel und Tanz für Bürger und
Soldaten auf dem Programm. Beim Festball am Abend kann der Bürgermeister Her-
mann Müller neben dem Bataillonskommandeur und den Soldaten in dem mit 300
Gästen brechend vollen Saal der Gaststätte Steffens auch sehr viele Bürger der Ge-
meinde begrüßen.

November 1985
Endziehung der „Spiel mit Tombola'85" - Initiatoren für die Tombola im großen Stil
waren Major Joachim von Heinemann und Stabsfeldwebel Manfred Kruppa von der
2.Batterie. Insgesamt 600 Firmen wurden angeschrieben und um Spenden gebeten.
Mit der Aussicht auf einen der 409 Preise und dem Hauptpreis" einen 'nagelneuen
VW-Käfer" konnte der Verkauf der Lose beginnen. Im April 85 hatten die Schirm-
herren, Bremervördes Bürgermeister Hans Heinrich Hey und Oberstleutnant Lutz
Weise damit begonnen, die ersten Lose für den guten Zweck zu verkaufen. In den
folgenden Monaten verkauften Soldaten der 2.Batterie in ihrer Freizeit aufzahlreichen
Veranstaltungen und Festen in den Gemeinden Bremervörde, Selsingen und Geeste-
quelle nahezu 25.000 Lose, die nach Abzug der Kosten für Porto und Versicherung
einen Reinerlös von 22.953,--DM erbrachten. Somit kann Major von Heinemann ab-
schließend drei Schecks in Höhe von je 7.651,--DM an die Selsinger Krebshilfe, dem
Soldatenhilfswerk und der Karl-Heinz-Böhm-Stiftung als "Hilfe für Afrika" überreichen.

April 1986
Unglücksursache von Parnewinkel, bei dem ein Pilot tödlich verunglückte, noch un-
geklärt. Ein niederländischer Pilot stürzt mit einer Maschine vom Typ F16 nach Ab-
drehen über der Raketenstellung Deinstedt aus Richtung Oehre kommend auf einem
Feld vor dem Dorf Parnewinkel ab. Die Ursache ist noch ungeklärt.

September 1986
Der Kommandeur, Oberstleutnant Weise erklärt, es sei durchaus eine Seltenheit,
dass gleich zwei Chefstellen neu besetzt würden. Nachfolger des bisherigen Chefs
der 2.Batterie, Major von Heinemann, wird Hauptmann Rüdiger Knappe. Die Führ-
ung der Stabsstaffel und der Luftwaffensanitätsstaffel, die bisher in den Händen
von Hauptmann Reintjes lag, wird vom Kommandeur an Hauptmann Uirich Bran-
denburg übergeben. Major von Heinemann wird als "Leiter SPAG" zum Regiment
4 versetzt. Hauptmann Reintjes geht nach Bad Aibling in Bayern.



Juni 1987
Deutschlands bestbewachtes Feuchtbiotop in Deinstedt. Soldaten legte in Ihrer
Freizeit See in der Stellung an. Umgeben von hohen Zäunen, rund um die Uhr
beaufsichtigt von Soldaten und durch Radargerät und Raketen vor Angriffen aus
der Luft geschützt; so präsentiert sich das wohl bestbewachte Feuchtbiotop der
Bundesrepublik auf dem Gelände der Bundeswehr-Stellung in Deinstedt. Dort gab
es schon lange ein Feuchtgebiet, das für militärische Zwecke denkbar ungeeignet
war .Zusammen mit zwei Wehrpflichtigen, die Experten für Feuchtbiotope waren,
schuf man einen 4,50 Meter tiefen und runde 350.000 Liter Wasser umfassenden
See. In der Zwischenzeit tummeln sich dort zahlreiche Kleinstlebewesen und Klein-
fische bis hin zum Karpfen in dem Gewässer.

März 1988
Wachmann zieht Pistole und schießt sich in sein eigenes Knie. Ein Wachmann be-
merkt in der Stellung Deinstedt zwei Personen am Außenzaun, die allem Anschein
nach ein Loch in den Zaun schneiden. Als er seine Dienstpistole zieht, kommt er
durch seinen Wachhund ins Stolpern und schießt sich dabei eine Kugel ins Knie.
Er beobachtet noch, wie ein Fahrzeug kurz darauf schleunigst verschwindet.

April 1994
Im Rahmen eines militärischen Aktes in der Stellung Deinstedt, an dem auch zahl-
reiche zivile Gäste teilnehmen, übergibt Oberstleutnant Perk das Kommando von
Major Richard Hartung an Major Axel Franke. Major Hartung verlässt die Staffel
nach vierjähriger Tätigkeit als Staffelchef in Richtung Kalkar. Der Kommandeur
würdigt in seiner Ansprache die Verdienste des Major Hartungs, der mit seinem
Wechsels eine 21- jährige Tätigkeit im Waffensystem HAWK zunächst beendet.
Dieser geht in seiner Rede auf die Probleme ein, mit denen die Bundeswehr nach
dem Zusammenbruch der Warschauer Pakt-Staaten zu kämpfen hat. Der militä-
rische Auftrag der Bundeswehr und damit auch die Aufgaben der 2.Staffel wurde
nach 1990" durch eine euphorische Öffentlichkeit und die Medien "mehr und mehr
in Frage gestellt. Darüber hinaus hätten ständige Gerüchte um Standort, Truppen-
auflösungen und Personalreduzierungen in den Jahren '91 und '92 zu "teilweise
chaotischen Verhältnissen" geführt. "Die Beendigung dieser Diskussionen durch
klare politische Vorgaben seien bis heute ausgeblieben."

Okober 1997
65 Soldaten der 801.GGW (GroupGeleideWeapos = 3. Fernlenkgruppe)aus De
Peel in Holland besuchen die 2.Staffel der FlaRak-Gruppe 36, um eine Paten-
schaft erneut aufleben zu lassen und damit an alte Verbindungen anzuknüpfen.
Die Bremervörder unterhielten bis 1994 eine enge Verbindung zu der 3.GGW im
westfälischen Blomberg. Infolge struktureller Veränderungen wurden die Blom-
berger und im Ausland stationierte FlaRak-Einheiten damals nach Holland zu-
rückverlegt, umgegliedert und als zentraler Verband in De Peel aufgestellt.
Hierdurch erlosch auch die Patenschaft mit dem Verband in Bremervörde. Die
Umgliederungen sind inzwischen abgeschlossen, sodass einer Neuaufnahme der
ehemaligen Patenschaft in naher Zukunft nichts mehr im Wege steht. Beide Ein-
heiten haben sich daher bei dem jetzigen Treffen im Rahmen eines spaßigen
Vielseitigkeitswettbewerbes. In verschiedenen Vergleichswettkämpfen zu mes-
sen. Als abschließender Höhepunkt wird ein Fußballspiel ausgetragen, bei dem
die Mannschaft der 2.Staffel siegreich hervorgeht. Gesamtsieger wird mit knap-
pem Vorsprung die holländische Mannschaft. Mit einem gemeinsamen gemüt-
lichen bayrischen Abend läßt man den Tag ausklingen. Oberstleutnant Selle gibt
am nächsten Tag die feste Zusage, die Verbindung durch den Austausch von
Soldaten in verschiedenen Funktionen und auch durchgemeinsame Übungen
weiter zu stärken und fortzuführen.

April 1998
Tag der Umwelt - Die Soldaten der 2.Staffel helfen den Bürgern ihrer Paten-
gemeinde, in dem sie gemeinsam Unrat und Müll einsammeln und damit zur
Verschönerung der Ortschaft beitragen.

Juni 1998
Patenschaft wird offiziell besiegelt. Der Kommandeur, Oberstleutnant Selle,
reist mit einer siebenköpfigen Delegation aus der 2.Staffel nach De Peel in den
Niederlanden. Er trifft dort auf zwei weitere Abordnungen der FlaRak-Gruppe
25 aus Ahlhorn, um in einer offiziellen Feierstunde die bereits eingegangenen
Patenschaften formal durch die beiden Geschwaderkommodore, der 8.GGW,
Oberst von Damund des FlaRak-Geschwader 3, Oberst von Spreckelsen, zu be-
gründen. In ihrer Ansprache heben beide die schon seit den 70'er Jahren be-
stehenden engen Verbindungen ihrer unterstellten Verbände hervor. Die Paten-
schaftsurkunde für die Abordnung aus Bremervörde nimmt der Staffelchef der
2.Staffel, Major Axel Franke, entgegen.

August 1998 Mit menschlicher Wärme an die Leistungsgrenzen herangeführt
Juni 1998
Major Thomas Engelhardt, der zurzeit den Kommandeur aufgrund Abwesenheit
vertritt, übergibt das Kommando über die 2.Staffel von Major Axel Franke an den
von der FlaRak-Gruppe 33 in Lenggries kommenden Hauptmann Stefan Ristow.
Major Engelhardt lobt in seiner Rede den nach 4 Jahren ,,Chefzeit" scheidenden
Staffelchef in dem er ihm attestiert, seine Arbeit sehr gut gemacht zu haben und
seinem Nachfolger eine hochmotivierte, intakte und voll einsatzbereite Staffel über-
geben kann. Unter seiner Führung habe die Staffel, die speziell mit dem Auslands-
einsatz betraut ist, die gesteckten Ziele mit Bravour erreicht .Major Franke erinnert
sich daran, im Rahmen der Großübungen die Einheit auf ihre Leistungsgrenze vor-
bereitet und sie schließlich an reale Leistungsgrenzen herangeführt zu haben. Was
die Arbeit innerhalb der Einheit erheblich erleichtert habe, war nach seiner Ein-
schätzung das vorgelebte und praktizierte Miteinander, basierend auf dem Grund-
satz" mit menschlicher Wärme geht es auch." Das sei zwar völlig unmilitärisch aus-
gedrückt, aber sehr wirkungsvoll. Major Franke wird zum Stab des FlaRak-Ge-
schwaders 6 in Lenggries versetzt und dort die Tätigkeit als S3-Stabsoffizier auf-
nehmen.

Oktober 2000
Deinstedt und 2.Staffel feiern 25-jähriges Jubiläum. Nahezu 400 Gäste aus der
Paten- und der Stellungsgemeinde Deinstedt sowie Angehörige der Soldaten aus
der 2.Staffel sind zu einem Familientag erschienen um den besonderen Tag ge-
meinsam zu begehen und zu feiern. Bürgermeister Heinz Buck lässt die am 31.08.
1975 erfolgte Patenschaftsübernahme noch einmal Revue passieren und weist
auf das sehr gute und freundschaftliche Verhältnis hin, des sich im Laufe der Jahre
entwickelt habe. Dies wird ihm vom Staffelchef Major Stefan Ristow in seiner An-
sprache ausdrücklich bestätigt. Durch Austausch einer gemeinsamen Urkunde und
die Zusage, auch zukünftig im Sinne der Patenschaft ein gutes und freundschaft-
liches Verhältnis zu pflegen, läßt man den gemeinsamen, informativen und schönen
Nachmittag mit deftiger Erbsensuppe, Kaffee und Kuchen sowie vielen schönen
und interessanten Gesprächen ausklingen.

30. April 2002
Abschluss der Zusammenlegung der 1./ und der 2./ 36

27. Juni 2002
Auflösung der Friedensausbildungsstellung Deinstedt